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Resolution der Montagsspaziergänger

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Sehr geehrte Frau Pfarrerin Behnke,
sehr geehrter Herr Pfarrer Engelhardt,

nahezu wöchentlich versammeln wir – 100-200 Bürger aus den
verschiedensten Bevölkerungsschichten – uns am Montagabend
am Lutherdenkmal vor der Frauenkirche. Wir wehren uns mit aller
Kraft gegen jegliche Ertüchtigung zum Krieg und gegen die
Militarisierung der Gesellschaft. Wir wähnen uns in Übereinstimmung
mit der Friedensethik des Evangeliums.
Mit der im November 2025 in Dresden von der EKD
herausgegebenen Denkschrift „Welt in Unordnung“ sehen wir
unser Anliegen in Frage gestellt. Es wird postuliert, dass es
auch in christlicher Sichtweise so sei, dass die „schwache“
Friedenslogik der „starken“ Sicherheitslogik bedürfe, um überhaupt
wirken zu können. Das ist de facto die Vorrangstellung von
militärischer Logik, Abschreckung, Hochrüstung,
(Gegen-)Gewaltlegitimation, Verfeindung, d.h. Glaube an die
Überlegenheit militärischer Konfliktbearbeitung („Zeitenwende“)
statt Entfeindung.

Der Wiederaufbau der Frauenkirche wurde auch durch unsere
Steuern und Spenden möglich. Wir vertrauten und vertrauen auf
das Versprechen aus dem Ruf von 1990:
„Wir rufen auf Zu einer weltweiten Aktion des Wiederaufbaues der
Dresdner Frauenkirche zu einem christlichen Weltfriedenszentrum
im neuen Europa. In dem soll in Wort und Ton das Evangelium des
Friedens verkündet werden.“


Werden Sie nun zukünftig in Wort und Ton das „Evangelium der
Denkschrift“ der EKD verkünden oder den theologischen Irrtum
benennen, der dieser Denkschrift zugrunde liegt? Werden Sie
diesen Irrtum in ihren vielfältigen Predigten und Veranstaltungen im
freien Diskurs mit Christen und Atheisten erhellen?

Gemessen an dem, wie Frauenkirche Dresden zwischen 1937-
1945 den 2. Weltkrieg gesegnet und mitgetragen hat, sind Sie als
Theologen der Frauenkirche in besonderer Verantwortung, der
Aufforderung aus dem Römerbrief zu genügen: „Lass dich nicht
vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem“.

Für eine Stellungnahme Ihrerseits, in einer von Ihnen bevorzugten
Form, wären wir im Sinne eines kulturellen Konsens auf dem Boden
der jahrhundertealten humanistisch–christlichen Tradition dankbar.

Im Namen der Teilnehmer des Dresdner Montagsprotestes am
12.01.2026

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