(Dresdner Montagsprotest 12. 1. 2026)
Die neue Denkschrift atmet den Geist der Zeitenwende.
Wohlgemerkt nicht den Geist jener Zeitenwende, den man
eigentlich bei einer kirchlichen Denkschrift erwarten sollte:
der Zeitenwende, die Jesus vor 2000 Jahren brachte und die
im Kern auch eine
Umkehr von der Gewaltlogik zur Friedenslogik war.
Nein, es ist der Geist jener Zeitenwende, die im Februar 2022
regierungsamtlich ausgerufen wurde und eine Umkehr von der
Friedenslogik zu einer immensen Hochrüstung, militärischen
Tötungsfähigkeiten, sondern auch auf einen entsprechenden
„Mentalitätswechsel“, auf eine „Gedankenwende“ – weg von
pazifistischen Überzeugungen und Haltungen zielt, hin zu
Denkmustern und Haltungen, die das Gleichgewicht des
Schreckens favorisiert.
So ist auch ein intensiver Krieg um die Köpfe, eine Entmenschlichung
im Gange. Der Heilsglauben an Waffensysteme aller Art, ein polarisiertes
Denken und Urteilen wird verfestigt, das scharf zwischen „Freund“ und
„Feind“, „Wir“ und „die Anderen“ unterscheidet. Die Verfeindung und
Polarisierung werden hochgefahren, auch weil sie eine entscheidende
Bedingung für die gewünschte Kriegstüchtigkeit sind wobei wir immer die
Guten sind.
Obgleich das alles für den Vernunftbegabten durch und durch unchristlich
ist, konstruiert auf Irrtümern basierend die Denkschrift dafür die
Theologische Rechtfertigung.
Wo bleibt in der Öffentlichkeit der hörbare Aufschrei?
Stattdessen werden Kritiken, warum Kirche ihr Wächteramt nicht
wahrnimmt, oft mit belehrend-ausgrenzenden Kommunikationsstil
entstellt – auch dann, wenn sie verantwortungsbewusst Demokratie
und Christentumkratie und Christentum vertreten.
Wer vertritt heute die Traditionslinie der Bekennende Kirche und
wer hält den Geist der Barmer Erklärung wach?