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Dokumentiert: Pulverfabrik Großenhain

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Update 30.07.2023

Die Pulverfabrik in Großenhain ist abgesagt, so jedenfalls mdr und mindestens 3 Tageszeitungen. In der folgenden Übersicht sind die Kapitel, die bis jetzt nicht ausgeführt sind, weil sie noch nicht stattfanden, mit einem Schrägstrich / markiert. Ganz am Ende ist ein Gedicht von Paul Celan zum Thema Töten und Deutschland angefügt.

Übersicht

Der Ort und der Plan
Die Ankündigung
Aus der Geschichte von Rheinmetall
Historischer Vergleich
Bisherige Daten über Planung: Ausmaß und Zeitstrahl
Verantwortliche für das Projekt Pulverfabrik /
Argumente für das Streichen des Projekts /
Möglichkeiten, das Projekt zu verhindern
Alternative Entwicklungen für den ehemaligen Militärflugplatz
Vorschlag 1: Forschungen und Demonstrationen zu Technologien für eine selbst tragende Ökonomie und menschliche Ernährung in Wüsten- und Stadtlandschaften
Vorschlag 2: Ein zweites Leben für den Beton
Vorschlag 3 Nutzung des gesamten Geländes für Photovoltaik
Vorschlag 4 Nutzung für ein vertikales (Turm-) Pumpspeicherwerk und dessen Entwicklung.
Vorschlag 5 Eine regionale Fabrik für Bioplastic Recycling
Vorschlag 6 CO2-Bio-Sequestrierung.
Vorschlag 7 Fabrikanlagen zur molekularen Zerlegung von Alt-Plastik und Herstellung von gasförmigen und flüssigen Grundstoffen für die Chemie-Industrie sowie von Antriebs- und Schmierstoffen.
Vorschlag 8 Fabrikanlagen zur Herstellung von neuer Plastik aus den Bio-Grundstoffen sowie deren Verarbeitung zu Halbzeugen für alle Industriezweige.
Vorschlag 9 Industriepark auf alten Betonflächen
Vorschlag 10 Weltweite Ausschreibung für die Ansiedlung von Unternehmen
Protokolle
Paul Celan, Todesfuge

Der Ort und der Plan

Hier ein regierungsnaher Bericht über die bisherigen Vorgänge „Pulverfabrik“ im Jahr 2023: 10.05.23 RÜSTUNGSINDUSTRIE Mögliches Pulverwerk in Großenhain: Bundesregierung stellt Subventionen in Frage. Weitere Informationen: 27.06.23 Protest gegen geplante Munitionsfabrik Video verfügbar bis 27.06.2025

Die Ankündigung

Auf der Mahnwache für Frieden Dresden am 3. Juli 2023 hat Eberhard über die Pläne zum Bau einer Pulverfabrik in Großenhain durch den erfolgreichen Militärkonzern Rheinmetall berichtet. Der sächsische Wirtschaftsminister Duhlig mache sich dafür stark. Sie soll auf dem ehemaligen Militärflughafen in Großenhain gebaut werden. Das Gelände gehört dem Land Sachsen. Die, die in Großenhain geboren oder aufgewachsen bin, interessieren sich schon für das Schicksal der Stadt. Großenhainer haben über die Bewegungen im Großenhainer Rathaus und in der Bürgerschaft unterrichtet und werden diese weiterhin beobachten, uns berichten und sich quer stellen so gut sie können. Die Investitions- und deutsche Fördersummen wurden noch nicht genannt und es wurden keine Pläne vorgelegt. Aber aus unserer Kenntnis des Flughafens und einer anderen deutschen Pulverfabrik können wir sagen, da wird ein riesiger militärischer Industriepark geplant.

Aus der Geschichte von Rheinmetall

April 1889 gründete der Hörder Bergwerks- und Hütten-Verein unter Generaldirektor Josef Massenez die Rheinische Metallwaaren- und Maschinenfabrik Actiengesellschaft, um für das Deutsche Reich Munition zu liefern.

Der thüringische Ingenieur Heinrich Ehrhardt leitete den Bau des Rheinmetall-Werks in Düsseldorf und leitete dieses bis 1920.[8] Neu entdeckte Quellen im Zentralarchiv von Rheinmetall[9] sowie in anderen Archiven belegen, dass Heinrich Ehrhardt –

Der Berliner Bankier Lorenz Zuckermandel (1847–1928) war der erste Aufsichtsratsvorsitzende. Heinrich Ehrhardt hatte bei Rheinmetall bis 1920 die Position des Aufsichtsratsvorsitzenden inne.

Rheinmetall stellte 1896 das weltweit erste felddiensttaugliche Schnellfeuergeschütz mit veränderlichem Rücklauf und kombinierter Rücklauf- und Vorholvorrichtung vor.

die Entwicklung wurde für das Unternehmen zu einem großen wirtschaftlichen Erfolg. Für die Erprobung von Waffen und Munition wurde 1899 ein Gelände in der Nähe von Unterlüß in der Lüneburger Heide gepachtet. Dieser Standort existiert heute noch und umfasst heute eine Fläche von 50 Quadratkilometern. Auf Initiative von Heinrich Ehrhardt übernahm Rheinmetall 1901 die in Konkurs gegangene Munitions- und Waffenfabrik AG in Sömmerda und erweiterte so seine Produktpalette. Das als Dreyse’sche Gewehrfabrik gegründete Unternehmen produzierte Handfeuerwaffen, Patronen und Geschosszünder.

Erster Weltkrieg

Bei Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 war Rheinmetall einer der größten Rüstungshersteller im Deutschen Kaiserreich und beschäftigte fast 8000 Mitarbeiter. Technischer Direktor der Rheinischen Metallwaaren- und Maschinenfabrik, Ingenieur Karl Völler (* 22. Februar 1877), Bis zum Ende des Krieges vergrößerte sich die Belegschaft auf knapp 48.000 Arbeiter und Angestellte, darunter etwa 9000 Frauen. Die bebauten Flächen im Stammwerk vervierfachten sich in dieser Zeit.

Mit Ende des Krieges kam die Rüstungsproduktion zum Stillstand und Rheinmetall musste zahlreiche Mitarbeiter entlassen. Die Bestimmungen des Versailler Vertrages machten eine Umstellung auf zivile Produkte notwendig. Rheinmetall produzierte daher im Rheinland Lokomotiven, Eisenbahnwaggons, Landmaschinen und Dampfpflüge. Im Werk in Sömmerda wurden feinmechanische Geräte wie Schreib- und Rechenmaschinen hergestellt. Um die Produktion ziviler Güter sicherzustellen, wurde die Stahlproduktion in Rath verstärkt. Ab 1921 erlaubten die Bestimmungen der Alliierten wieder die Produktion von Waffensystemen in geringer Stückzahl.

Allerdings wurde das Werk in Düsseldorf-Derendorf 1921 (Alliierte Rheinlandbesetzung) sowie von 1923 bis 1925 von belgischen und französischen Truppen besetzt (Ruhrbesetzung), teilweise verwüstet.[11] Mangels Aufträgen musste die zivile Produktion bis auf die Herstellung von Dampfpflügen eingestellt werden. Die Staatsholding VIAG des Deutschen Reichs kaufte 1925 bei einer Kapitalerhöhung eine Mehrheitsbeteiligung an Rheinmetall. Im April 1933 kaufte Rheinmetall den vor der Liquidation stehenden Lokomotivhersteller Borsig und kam damit in den Besitz eines großen Werkes in Berlin-Tegel. Die Fusion 1936 führte zur Änderung der Firma in Rheinmetall-Borsig AG.

Im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht entwickelte und produzierte das Unternehmen ab Mitte der 1930er Jahre im Auftrag des Reichskriegsministeriums verstärkt Waffen und Munition. Die Fertigungspalette reichte von Maschinengewehren und -kanonen über Panzerabwehrgeschütze, Minenwerfer und Feldkanonen bis hin zu Flugabwehrkanonen und Eisenbahngeschützen. Für Entwicklung und Bau von gepanzerten Kettenfahrzeugen wurde 1937 in Berlin das Tochterunternehmen Alkett (Altmärkische Kettenwerke) gegründet (siehe auch: Montan-Schema). Von 1937 an handelte es sich um den zweitgrößten deutschen Rüstungskonzern.[12] 1938 verlegte das Unternehmen seinen Sitz von Düsseldorf nach Berlin.

Zweiter Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Rüstungsproduktion maximal gesteigert und die Entwicklung neuer Waffensysteme gefordert. Der staatliche Einfluss durch Institutionen der Wehrmacht und die Eingliederung von Rheinmetall-Borsig in das Staatsunternehmen Reichswerke Hermann Göring nahm so weit zu, bis das Unternehmen vollständig verstaatlicht und in die planmäßige Kriegsvorbereitung integriert wurde. In den letzten beiden Kriegsjahren wurden die Produktionsstätten durch alliierte Luftangriffe erheblich beschädigt oder zerstört. Nach einem schweren Luftangriff auf die Werke in Düsseldorf wurden zahlreiche Produktionsbereiche in Gebiete der späteren DDR wie Apolda und des heutigen Polens wie Guben und Breslau verlagert. Auch die Werke in Berlin und Sömmerda richteten Verlagerungsbetriebe ein, wobei das Sömmerdaer Werk dennoch bis zum Kriegsende von Luftangriffen verschont blieb. Während des Krieges wuchs die Zahl der Beschäftigten auf bis zu 85.000 an.[13] Nach Ende des Krieges waren die Werkanlagen der Rheinmetall-Borsig zum größten Teil zerstört. Die Betriebe in Düsseldorf, West-Berlin und Unterlüß kamen unter die Kontrolle der westlichen Alliierten und unter Treuhänderschaft. Alle Besitzungen in den von der Roten Armee besetzten Gebieten wurden enteignet. Einige Werke wurden von den Siegermächten vollständig demontiert.

Rheinmetall war zum Kriegsende noch eingeschränkt produktionsfähig. So wies das Werk Düsseldorf Schäden von 60 bis 70 Prozent auf. Dennoch erfolgte zum 30. Juni 1945 die Kündigung der gesamten Belegschaft. Trotz dieses Schrittes blieb offenbar weiter ein kleiner Stamm von Angestellten und Arbeitern im Dienst, die Aufräumarbeiten vornahmen und im kleinen Umfang eine zivile Produktion betrieben. Die Rheinmetall-Standorte waren kaum von Demontagen betroffen

In der DDR wurde das ehemalige Rheinmetall-Werk Sömmerda am 3. Juni 1952 von der Sowjetischen Kontrollkommission an die DDR zurückgegeben. Es entstand ein volkseigener Betrieb (VEB). Unter dem Firmennamen VEB Mechanik Büromaschinenwerk Rheinmetall Sömmerda wurden Büromaschinen, Mopedmotoren für Simson SR1SR2 und Spatz sowie Fotoapparate produziert. Am 5. Mai 1958 wurde das Sömmerdaer Werk wieder ein Teil eines großen Firmenverbundes, der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) Datenverarbeitungs- und Büromaschinen Erfurt.[17] Aus dieser entstand am 1. April 1969 das VEB Kombinat Zentronik, das am 1. Januar 1978 in dem VEB Kombinat Robotron aufging. Die Produktion von Mopedmotoren und Fotoapparaten wurde in den 1960er-Jahren aufgegeben. Haupterzeugnisse des nunmehr VEB Robotron Büromaschinenwerk Sömmerda (BWS) genannten Betriebes waren ab 1967 Drucker und ab 1981 Personal Computer (PC 1715EC 1834EC1835)

Bis 1950 herrschte ein völliges Produktionsverbot. Danach wurde Rheinmetall-Borsig in eine reine Holdinggesellschaft im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland umgewandelt und zwei unabhängige Tochterunternehmen gegründet. Borsig in Berlin stellte Dampfkessel und Kälteanlagen her, während Rheinmetall in Düsseldorf Schreibmaschinen, Stoßdämpfer, Aufzüge, Gerbereimaschinen sowie Transport- und Verladeeinrichtungen baute. Diese zivile Produktion in Düsseldorf wird vom Unternehmen heute als wenig erfolgreich bezeichnet. Parallel wurden bereits 1950 Vorbereitungen auf die Wiederaufnahme der Rüstungsproduktion getroffen. Das Düsseldorfer Werk verfügte 1951 über 232, ein Jahr später über 440 Arbeitskräfte. Für 1954 sind erste Anfragen deutscher und Schweizer (ehemaliger) Rüstungsproduzenten beim Bund nachweisbar, die das Unternehmen kaufen wollten.[18]

Den Aufschwung brachte das Jahr 1956. Im Juni wurde Rheinmetall-Borsig von der Röchlingsche Eisen- und Stahlwerke GmbH (heute Saarstahl) aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland übernommen. Im August wurde Borsig an die Salzgitter AG verkauft. Die Holding firmierte ab November als Rheinmetall Berlin AG und das Tochterunternehmen in Düsseldorf firmierte ab 1957 als Rheinmetall GmbH. Bereits mit Aufstellung der Bundeswehr 1956 wurde wieder ein wehrtechnisches Produktionsprogramm aufgelegt. Rheinmetall produzierte Maschinengewehre, Maschinenkanonen und Munition. Das erste Produkt war das MG1. 1957 wurde die Wehrtechniksparte in eine GmbH umgewandelt. 1960 war ein Mitarbeiterstamm von 3080 Personen erreicht.[19] Die Fertigung schwerer Waffen, wie Geschützrohre und Lafetten, wurde 1964 wieder aufgenommen. Dabei begann man mit der Ausstattung von Panzern und Artilleriegeschützen. Rheinmetall entwickelte eine Jagdpanzer-Kanone, einen Standard-Panzerturm und eine Panzer-Haubitze. Ein Jahr später begann die Entwicklung der 120-Millimeter-Glattrohrtechnologie unter Federführung von Raimund Germershausen.

1978 begann die Serienfertigung der Feldhaubitze FH 70 (155 mm). Der erste Kampfpanzer Leopard 2 wurde am 24. Oktober 1979 an die Bundeswehr ausgeliefert. Er war mit der von Rheinmetall entwickelten, 120-Millimeter-Glattrohrkanone ausgerüstet.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetall#Geschichte

Historischer Vergleich

Pulverfabrik Liebenau
12 km² – knapp 400 Gebäude – drei Kraftwerke – 84 Kilometer Betonstraßen
42 Kilometer Eisenbahn – Anschluss an Liebenauer Bahnhof und Weserhafen

Pulverfabrik Liebenau 1938 bis 1945
Im Sommer 1939 begann die Firma Wolff & Co. aus Walsrode mit dem Bau einer Pulverfabrik in der unmittelbaren Umgebung der Ortschaften Liebenau und Steyerberg (Kreis Nienburg/Weser). In einem ausgedehnten Waldgebiet übernahmen der Reichsarbeitsdienst und über 70 Vertragsfirmen – mit den Häftlingen des sog. „Arbeitserziehungslagers“ Liebenau – die Planierungsarbeiten, den Straßen-, Hoch- und Tiefbau sowie die Installationsarbeiten. Auf einer Gesamtfläche von ca. 12 qkm errichteten sie insgesamt knapp 400 Gebäude. Die einzelnen Bauten lagen aus Sicherheitsgründen weit auseinander. Die flachen Betondächer waren zur Tarnung mit einer Erdschicht bedeckt und bepflanzt. Zum Betrieb der Anlage wurden 200 Kilometer Kabelleitungen für Licht und Strom, 84 Kilometer Betonstraßen und 42 Kilometer Eisenbahnschienen angelegt. Ab 1941 produzierte die von Wolff & Co. gegründete Tochterfirma „Eibia“ im Auftrag des Oberkommandos des Heeres (OKH) verschiedene Pulvergrundstoffe, Pulver und Raketentreibsätze. Hergestellt wurden Röhren-, Blättchen- und Ringpulver. Bis in das Jahr 1945 belief sich die Gesamtproduktion in Liebenau auf weit über 40.000 Tonnen Pulver. Zu dieser Arbeit wurden neben vergleichsweise wenigen deutschen Arbeitskräften vor allem sowjetische Kriegsgefangene sowie Fremd- und Zwangsarbeiter/innen aus den verschiedensten Nationen herangezogen, wobei die heute noch vorhandenen Meldekarteien in Liebenau und Steyerberg mehr als 11.000 Namen ausweisen. Die Häftlinge des „Arbeitserziehungslagers“ Liebenau, die sowjetischen Kriegsgefangenen und die osteuropäischen Zwangsarbeiter/innen waren besonders miserablen Lebensumständen ausgesetzt. Über 2.000 dieser Frauen und Männer starben an Mangelerkrankungen, Hunger und Schlägen, aber auch durch Erschießungen und Hinrichtungen durch den Strang.

Zitiert aus http://www.martinguse.de/pulverfabrik/index.htm

Historische Einzelheiten

Bundeszentrale für politische Bildung : https://www.bpb.de › themen › holocaust › erinnerungsorte › 503101 › dokumentationsstelle-pulverfabrik-liebenau

Bisherige Daten über Planung: Ausmaß und Zeitstrahl

Möglichkeiten, das Projekt zu verhindern

Wir denken, das ist keine kleine Fabrikplanung in einer nahe gelegenen Kleinstadt, sondern ein deutsches, wenn nicht gar NATO-EU Militärprojekt, welches mit den hergestellten Sprengstoffen und Granaten eine stetig wachsende Zahl von Toten vor allem in Osteuropa einschließlich Russlands produzieren würde, wenn wir es nicht verhindern. Natürlich kann die Rheinmetal auf Export-Umwegen eine mindestens ebenso große Zahl von Toten in den westlichen Ländern produzieren, was ihren Gewinn wohl verdoppeln würde. Kurz, die Pulverfabrik würde Leib und Leben von uns allen bedrohen wenn nicht gar zerstören, wenn wir es denn zulassen würden.

Bildunterschrift: Werbung des RDM (Rheinmetall-Denel-Munitions): RDM, ein Joint-Venture zwischen dem deutschen Industriekonzern Rheinmetall und dem staatlichen südafrikanischen Rüstungsunternehmen Denel, hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2008 in einer angeschlagenen Branche hervorragend behauptet. – Der jährliche Umsatz von rund 200 Millionen Euro (223 Millionen Dollar) mit großkalibriger Munition, Treibladungen und Raketenkomponenten macht fast 7% des Gesamtumsatzes von Rheinmetall Defence aus. Etwa 90% davon werden außerhalb Südafrikas exportiert. (Übersetzung mit Hilfe von Deepl)

Da es diese Dimension hat und die Immobilie Flughafen Sachsen gehört, ist es schon unsere Angelegenheit, eine Sache der Friedensinitiative Dresden und darüber hinaus, das Ding zu verhindern. Aus wirtschaftspolitischer Sicht ist es auch sinnvoll, statt der militärischen Nutzung des Geländes andere sinnvolle Nutzungen oder Rückbau zur Natur vorzuschlagen – alles was finanzierbar ist und/oder Geld bringt, nur nicht was militärisch ist und die Natur weiter zersört. Aus unserer Sicht sollten wir nicht nur bremsen, sondern vorwärts schreiten in Richtung einer neuen Gesellschaft, die in ihren Umrissen noch nicht sichtbar ist. Heraus aus diesem Jammertal. Uns allen könnte es besser gehen.

Verschiedene Finanzkonzerne wie Nordea schließen Rheinmetall-Aktien aus ihren Fonds aus. Manager von Aktienfonds wie Verteidigungs-ETFs definieren Kriterien, die Unternehmen erfüllen müssen, damit sie deren Aktien in ihr Portfolio aufnehmen. Der Fondsanbieter Vaneck schließt in seinem Auswahlverfahren Unternehmen aus, die „nachweislich an der Herstellung von Anti-Personenminen (Ottawa-Vertrag), Streuwaffen (Osloer Übereinkommen), biologischen, chemischen und Brandwaffen, Kernwaffen außerhalb des Nichtverbreitungsvertrags, abgereichertem Uran und weißem Phosphor beteiligt sind“. Solche Waffen werden in der Finanzsprache als „kontrovers“ bezeichnet. Laut der Nachhaltigkeitsagentur ISS ESG, deren Daten Vaneck nutze, sei Rheinmetall „nachweislich über das Tochterunternehmen Nitrochemie an der Produktion von Komponenten für Uranmunition beteiligt“.[41] Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Rheinmetall#Kritik_und_strafrechtliche_Ermittlungen

Auf der Mahnwache hat man dann darum gebeten, die interessiert sind und sich zutrauen einen Beitrag zu leisten, gemeinsam zu überlegen, welche Schritte wir unternehmen sollten, die uns dem Ziel näher bringen: Aus der Pulverfabrik wird nichts. Wir haben gemeinsam zur Mahnwache beschlossen, dass wir allen die Möglichkeit geben werden, von Anfang an unsere Handlungen zu entwerfen, zu diskutieren, zu planen und erfolgreich auszuführen. Es wurde argumentiert, dass zwei Handlungsstränge wichtig sind, und für die wir möglicherweise geeignet sind: Die Gespräche mit dem Land Sachsen aufzunehmen, um die Sache zu stoppen, und unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger über das Vorhaben zu informieren und was wir statt dessen wollen – so lange es die etablierten Medien am Markt nicht tun.

Vorschlag 1
Forschungen und Demonstrationen zu Technologien für eine selbst tragende Ökonomie und menschliche Ernährung in Wüsten- und Stadtlandschaften

Stadtmenschen leben ökologisch gesehen unter wüstenartigen Umweltbedingung in dicht gepackten Städten. In den Wohnungen ist kein Wind, es ist immer Flaute. Die Luftfeuchtigkeit ist gleichmäßig niedrig – dauerhaft 50 bis 70 prozentuale Feuchte ist durchaus normal. Es regnet, schneit und stürmt nicht. Es gibt wenig Pflanzen und Tiere, Artenarmut, kaum eine Spinne trifft man. Diese klimatischen Bedingungen sind der Gesundheit nicht förderlich, verglichen mit einem Leben im Wald oder auf dem Lande. Erkältungskrankheiten und ein schwaches Immunsystem sind die Folge. Diese Bedingungen sind gleichzeitig verbunden mit einem hohen Ressourcenverbrauch und einem ganz geringer Anteil an Selbstversorgung mit Lebensmitteln, Kleidung und Reparaturleistungen. Die Systemdienstleistungen Wasser, frische Luft, Holz und Metalle kommen alle von außerhalb der Stadt. Die Stadt und das Leben in der Stadt verbrauchen viel und regenerieren wenig der natürlichen Stoffe, ohne die menschliches Leben nicht möglich ist. https://buch-der-synergie.de/

Der unbedachte Betonboden unter dem offenen Himmel des Militärflugplatzes bieten extreme Laborbedingungen um zu untersuchen und zu entwickeln, wie man aus der Wüste ein lebenswertes Leben machen kann und welche materiellen Aufwendungen dafür nötig sind. Welche Schritte sind nötig bis zu einem Zustand, in der Menschen alles nötige aus der Stadt selbst gewinnen können, die ein schönes Leben ermöglichen. Es gibt unzählige Pionierunternehmungen in der Welt um herauszufinden wie einige der angesprochenen Engpässe besser gestaltet werden können. Hier in Großenhain kann man die bereits gefundenen Lösungen und Technologien einzeln und in ihrem ganzen komplexen Zusammenhang untersuchen und nachhaltige Lösungen für das Leben der 4 Milliarden Stadtmenschen entwickeln, die sich nicht mehr gegenseitig mit ihren Hinterlassenschaften vergiften.

Dieser Vorschlag 1 kann ökonomisch tragfähig werden, wenn es gelingt, die Ergebnisse in Firmengründungen und Arbeitsplätze, aber auch neu gestaltete Lebensräume und sich selbst tragende Lebensweisen münden – den Spin-off.

Vorschlag 2

Ein zweites Leben für den Beton

Vorschlag 3

Nutzung des gesamten Geländes für Photovoltaik

Vorschlag 4

Nutzung für ein vertikales (Turm-) Pumpspeicherwerk und dessen Entwicklung. Integration und Ausbau vorhandener unterirdischer Anlagen als unteren Speicher, Bau eines Betonturmes 40 x 3 m (Geschosshöhe) im Stil des industriellen Wohnungbaus, Nutzung des Dachgeschosses als oberen Speicher, Anbau von Wohnungen an den Betonturm in Holz in Passivhaus-Technologie ohne konventionelle Heizung, Option: Erhöhung der Sicherheit der Bewohner bei Wasserkanppheit durch Nutzung des Pumpspeicher-Arbeitswasser als Trinkwasser-Not-Reservoir. Entwicklung eines Standard-Typs dieser Bauweise für eine neu Stadt- und Energie-Infrastrukur.

Vorschlag 5

Eine regionale Fabrik für Bioplastic Recycling https://www.theparliamentmagazine.eu/news/article/bioplastics-helping-the-eu-close-the-loop

Vorschlag 6

CO2-Bio-Sequestrierung. Abscheiden von CO2 aus der Luft oder bei technischen Prozessen (z.B. verbrannter fossiler Treibstoff beim Auto) und Speicherung – das bedeutet meist Verpressung in geologische Schichten oder Lagerung am Meeresboden, von wo es wieder freigesetzt werden kann. Das „Bio“ bedeutet: Pflanzen entnehmen bei der Photosynthes CO2 aus der Luft und bauen es in alle hochmolekularen Verbindungen und damit in die gesamte Struktur und die chemische „Fabrik“ der Pflanze ein. Abstorbenen Pflanzen, z.B. Bäume werden vom Menschen genutzt und zerfallen letztlich wieder zu CO2 und gelangen zu rück in die Luft und wirken als erneut Klimagas. Die vom Menschen nicht genutzten Bio-Abfälle können durch Erhitzung unter Luftabschluss in reinen Kohlenstoff (Biokohle) verwandelt werden, für den es viele Anwendungen gibt, z.B. zur Bodenverbesserung, Ertragssteigerung, für Tiergesundheit und mindestens 50 weitere Anwendungen. Biokohle im landwirtschaftlichen Boden und in der Tierverdauung ist inert und geht nur etwa in 1000 Jahren als CO2 in die Lufthülle der Erde zurück. Verarbeitung von 100.000 Tonnen Bioabfällen pro Jahr auf einer kleinen Fläche des Flughafens leicht möglich und die Infrastruktur ist vorhanden. https://www.academia.edu/2352019/A_Smart_Technology_of_Carbon_Sequestration_by_the_Use_of_Biochar
und https://independent.academia.edu/FriedrichNaehring

Vorschlag 7

Fabrikanlagen zur molekularen Zerlegung von Alt-Plastik und Herstellung von gasförmigen und flüssigen Grundstoffen für die Chemie-Industrie sowie von Antriebs- und Schmierstoffen.

Vorschlag 8

Fabrikanlagen zur Herstellung von neuer Plastik aus den Bio-Grundstoffen sowie deren Verarbeitung zu Halbzeugen für alle Industriezweige.

Vorschlag 9

Industriepark auf alten Betonflächen: Formung von Gräben durch die Betonfläche, z.B. mittels Wasserstrahlfräsen. Bepflanzung und geplante Regenwasserführung und Speicherung. Die Indurstrieanlagen wachsen in einen Wald oder Park ohne Pflege. https://www.umweltbundesamt.de/umwelttipps-fuer-den-alltag/garten-freizeit/regenwassernutzung#hintergrund

Vorschlag 10

Weltweite Ausschreibung für die Ansiedlung von Unternehmen, die erwiesenermaßen sehr nachhaltig arbeiten. Konferenzen darüber und industrieller und wissenschaftlicher Wettbewerb. Fokussierung auf Überlebensprobleme der Menschheit, z.B. Meerwasserentsalzung. https://www.sciencedirect.com/journal/green-energy-and-resources

Protokolle unserer Initiativen zur Zukunft des Militärflugplatzes Großenhain

10.07.23 nach 20 Uhr
Einige wenige standen zusammen. Es ging zunächst um die Frage: Wer möchte gern mitmachen? Dennis hatte in der vergangenen Woche in zwei Mails erklärt, dass er ohne Vorbedingungen mitmachen möchte und dass es ihm dabei auch um die Frage des Verbots von Munition geht: Atombomben, Mini Nukes, Artilleriegranaten, ähnliche Granaten für Luftfahrzeuge inkl. Drohnen. Streubomben, Nuklearwaffen, Biologische Waffen und Munition mit abgereichertem Uran u.a. Abfällen der Atomindustrie sollen verboten werden. Atombomben sind völkerrechtlich schon verboten, aber immer noch im militärischen Dienst und in der Weiterentwicklung. Sie sollen alle vernichtet werden. Chemische und biologische Waffen sind nach Völkerrecht ebenfalls verboten. Aber sie sind weiter vorhanden, an der Weiterentwicklung und an Neuentwicklungen für hybride Kriege wird geforscht und sie gehören zur Einsatzplanung der Geheimdienste und Generalstäbe. Von den anderen Anwesenden hatten sich Friedrich, Eberhard und Lothar klar zur Mitarbeit an einem gemeinsamen Projekt ausgesprochen. Einige haben sich zur Mitarbeit an einzelnen Aktionen ausgesprochen, vor allem unter starken zeitlichen Begrenzungen. Einige haben sich noch nicht geäußert und die Mehrheit der von Friedrich per Rundmail eingeladenen haben nicht reagiert.

Zum Inhalt unserer Aktivitäten gibt es noch keinerlei Entscheidungen. Das ist ähnlich wie die Aussagen der Sächsischen Regierung zum Rheinmetall-Projekt Pulverfabrik Großenhain. In einer Woche soll zu einer Arbeitskonferenz für die genaue Ausarbeitung unserer Initiativen und den Inhalten des Projektes entschieden werden. Es gab Gespräche zu einigen Ideen für eine friedliche Nutzung des gesamten Flugplatzgeländes.

Todesfuge

Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends
wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts
wir trinken und trinken
wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete

er schreibt es und tritt vor das Haus und es blitzen die Sterne
er pfeift seine Rüden herbei
er pfeift seine Juden hervor läßt schaufeln ein Grab in der Erde
er befiehlt uns spielt auf nun zum Tanz

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich morgens und mittags wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt
der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland
dein goldenes Haar Margarete
Dein aschenes Haar Sulamith

wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng

Er ruft stecht tiefer ins Erdreich ihr einen ihr andern singet und spielt
er greift nach dem Eisen im Gurt er schwingts seine Augen sind blau
stecht tiefer die Spaten ihr einen ihr anderen spielt weiter zum Tanz auf

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags und morgens wir trinken dich abends
wir trinken und trinken
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen

Er ruft spielt süßer den Tod der Tod ist ein Meister aus Deutschland
er ruft streicht dunkler die Geigen dann steigt ihr als Rauch in die Luft
dann habt ihr ein Grab in den Wolken da liegt man nicht eng

Schwarze Milch der Frühe wir trinken dich nachts
wir trinken dich mittags der Tod ist ein Meister aus Deutschland
wir trinken dich abends und morgens wir trinken und trinken
der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau
er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau
ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete
er hetzt seine Rüden auf uns er schenkt uns ein Grab in der Luft
er spielt mit den Schlangen und träumet der Tod ist ein Meister aus
Deutschland

dein goldenes Haar Margarete
dein aschenes Haar Sulamith

Paul Celan 1944-1945 https://www.lyrikline.org/de/gedichte/todesfuge-66