PALÄSTINA

Im Blick auf die drohende Annexion von Teilen Palästinas kam es am 26.06.20 an ca. 20 Orten in Deutschland zu Mahnwachen, so auch in Dresden. Käme es zu diesem Landverlust, gingen ein Drittel des Westjordanlandes einschließlich des fruchtbaren Jordan-Tales für die Palästinenser verloren.

Von Gaza nach Israel c dpa

Menschen, die sich für Gerechtigkeit in Israel / Palästina einsetzen, unter ihnen viele Christ*innen, versammelten sich vor den Sitzen ihrer Bischöfe, um ihnen einen Brief der Kirchen aus Palästina zu übergeben. Er enthält einen „Schrei nach Hoffnung“, der „zur Entscheidung und zum Handeln“ aufruft und auffordert, sich gegen die Annexion und die weitere brutale Besatzung einzusetzen. Er ist an die weltweite Christenheit gerichtet und wird inzwischen von fast 300 Prominenten und Organisationen unterstützt.

In Dresden schlossen sich acht Personen der Aktion an, die bundesweit vom Kairos Palästina Solidaritätsnetz Deutschland vorbereitet wurde. Die Teilnehmenden gehören lokalen Gruppen der Friedensbewegung, der ökumenischen Arbeit der Landeskircche sowie Pax Christi, dem Euromarschbündnis, DiEM25 und Attac an. Manche hatten an Studienreisen nach Israel teilgenommen und waren deshalb motiviert, sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen.

Die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens zeigte sich interessiert, verständnisvoll und aufgeschlossen. Die Gruppe wurden vom Stellvertreter des Bischofs, Herrn Oberlandeskirchenrat Dr. Daniel und dem Ökumenereferenten, Herrn Oberkirchenrat Oehme, empfangen. Sie nahmen den Brief und die kurze Erklärung dazu dankend für den Bischof entgegen und werden weitere Schritte der Landeskirche bedenken. Bei einer Tasse Kaffee stellten sich alle persönlich vor. Dass alle an einer Lösung dieses dringenden Themas mitwirken möchten, war zu spüren.

Wie Friedrich Brachmann von attac und der Friedensinitiative Dresden sagte, setzen sie sich „In der Logik der Liebe“ dafür ein, sowohl Unterdrücker als auch Unterdrückte zu befreien, um den Raub palästinensischen Landes zu beenden und für Juden und Palästinenser die gleichen Menschenrechte zur fordern, wie es Artikel 1 der UN Menschenrechtscharta gebietet. Sie baten die Landeskirche und die ökumenische Christenheit, sich mit all ihren Möglichkeiten für diese Ziele einzusetzen. Die Kirchenmänner berichteten, dass sie bereits seit längerem auf diesem Weg der Befreiung seien. Deshalb treffe der Anstoß für den Besuch im Landeskirchenamt, der weltweite Aufruf palästinensischer Christen << KAIROS Schrei nach Hoffnung. Aufruf zur Entscheidung und zum Handeln – Wir können nicht Gott dienen und gleichzeitig zur Unterdrückung der Palästinenser schweigen! >> hier auf offene Herzen und Ohren. Sie informierten auch darüber, dass die Bischofskonferenz der VELKD (Vereinigte Lutherische Kirche Deutschlands) dieses Anliegen bereits debattiert. Dabei wird klar, dass es keine einfachen Antworten gibt.

Berichterstatter: Friedrich Naehring und Friedrich Brachmann

Zwei weitere Informationsquellen: 29.01.20 und 01.07.20 (Ankündigung und Bildquelle)

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