Ehemalige US Militärs warnen vor Drohnentechnologie

Ehemalige US Militärs warnen vor Drohnentechnologie

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Deutschland sollte seine Aktivitäten auf die Schaffung eines internationalen Drohnenabkommens legen, damit die Drohnen nicht unbegrenzt weltweit töten. Das fordern US-Experten für künstliche Intelligenz (KI).

„Man kann die Eurodrohne nicht isoliert betrachten, sondern man muss auch an die unvermeidbar damit verbundenen Plattformen und Partner denken. Die Entscheidung, die Deutschland jetzt trifft, hat weitaus größere Auswirkungen als lediglich die Bewaffnung oder Nichtbewaffnung der Drohnen. Es handelt sich um einen integralen Schritt, der die Grundlage für das Verhalten der Nato und der Welt in zukünftigen Konflikten liefern wird.

Wir befinden uns auf der Zielgeraden in Richtung autonomer und semiautonomer vernetzter Waffensysteme mit Fähigkeit zur nachrichtendienstlichen Überwachung und Aufklärung (Intelligence, Surveillance, and Reconnaissance, ISR), die nukleare Projektile tragen und mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) töten werden.

Nach meiner Auffassung und Erfahrung stellt die Verbreitung mit KI ausgestatteter Geräte, die mit Sensorik und Waffen, darunter nuklearen Sprengköpfen, ausgestattet werden können, und deren Einsatz ohne die Einhaltung speziell darauf ausgelegter internationaler Abkommen geplant ist, eine fundamentale Gefahr dar. Dies führt zu einer neuen Art der Kriegsführung. Wir müssen verstehen, dass Hardware wesentlich einfacher zu regulieren ist als Software.

Das gilt im Speziellen für KI in Umgebungen, die strenger Geheimhaltung unterliegen. Deshalb ist meine Überzeugung, dass Deutschland (semi-)autonome Waffen weder bewaffnen noch verkaufen sollte, ohne zuvor die Lehren aus der Geschichte in die Diskussion einzubeziehen. Das ist Hiroshima, aber auch der Effekt bürokratischer Prozesse, die uns von der grausamen Realität des Tötens und des Krieges abschotten, wie die Nürnberger Prozesse es aufgezeigt haben.

Diese Technologie wird letzten Endes in eine niemals endende Kriegssituation münden und die Hemmschwelle zum Eintritt in Konflikte senken, wie einige US-Projekte es bereits gezeigt haben.“ www.heise.de/amp/tp/features/US-Experten-warnen-vor-deutscher-Beteiligung-an-Eurodrohne-6012113.html

Biographisches: Lisa Ling arbeitete an und mit verschiedenen Arten von militärischen elektronischen Geräten, von der Zeit, als sie 1991 als Sanitäterin eintrat, bis 2012, als sie das Militär als Netzwerk-/Elektroniktechnikerin verließ. Während ihrer Zeit beim Militär erlebte sie die Entwicklung der Militärtechnologie von einer Ära vor den allerersten Einwahl-Internetkonten und BBS (Bulletin Board Systems) bis hin zum DCGS (Distributed Common Ground System), das die U.S. Air Force heute als ihr „primäres System zur Sammlung, Verarbeitung, Nutzung, Analyse und Verbreitung von Nachrichten, Überwachung und Aufklärung“ definiert. Es ist dieses System, das Echtzeit- und echtzeitnahe Daten von verschiedenen Plattformen annimmt, darunter auch die sogenannten Drohnen. Die meiste Zeit ihrer Militärkarriere arbeitete sie als Technologin. Neben anderen bemerkenswerten Leistungen installierte sie einen der frühesten Proxy-Server und entwarf eines der ersten vernetzten Klassenzimmer. Sie ist nach wie vor stolz auf das, was sie mit der aufkommenden Technologie in einer Zeit erreichen konnte, in der sie nur in begrenztem Umfang genutzt wurde und nur für Dinge wie die Bearbeitung von Gehaltsabrechnungen, Textverarbeitung und die Erstellung von Präsentationen gedacht war. Aber Lisa ahnte nicht, dass genau diese vernetzte Technologie einmal zum Töten weit entfernt eingesetzt werden würde, oder dass sie ein Teil davon sein würde. Im Drohnenprogramm übernahm sie die Wartung und Reparatur von Geräten, die Sicherheit sowie verschiedene andere zugewiesene Aufgaben. Sie tritt in dem Dokumentarfilm National Bird auf, in dem sie ihre Hauptprobleme mit dem Drohnenprogramm anspricht. Sie hat einen BA in Geschichte mit dem Schwerpunkt Staatsgeheimnis und nationale Sicherheit von der University of California, Berkeley.

Die Friedensinitiative Dresden meint, dass wir in Sachsen und mit der sächsischen Regierung, der Bevölkerung und den verantwortlichen Militärs eine Diskussion um diese Technologien brauchen, weil sie auf Truppenübungsplätzen in der Lausitz trainiert werden sollen.

Dokumentarfilm über Drohnenpiloten, u. a. über die o.g. Lisa: Amerikas Drohnenkrieger National Bird. – 28.06.2018 Länge 1,5 Stunden, ab 27. Minute Argumente für und gegen „Schutz der US-Soldaten durch US-Drohnen“.
Infos zum Film

14.05.17 Die Regisseurin Sonia Kennebeck wird über ihren Film „National Bird“ interviewed bei Jung & Naiv: Folge 307 https://www.youtube.com/watch?v=ud5OWgiaQbw